Galaxie NGC 3079 (Spiralgalaxie), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den November 26
November 26SpiralgalaxieGalaxien

Galaxie NGC 3079

Beobachtet im Jahr 1998

Über dieses Bild

Dieses dramatische Bild zeigt außergewöhnliche Aktivität im Kern von NGC 3079, einer Spiralgalaxie, in der eine riesige Blase aus überhitztem Gas wie ein kosmischer Geysir aus dem galaktischen Zentrum ausbricht. Diese spektakuläre Superblase hat einen Durchmesser von mehr als 3.000 Lichtjahren und erhebt sich 3.500 Lichtjahre über die Scheibe der Galaxie – eine Struktur, die so groß ist, dass sie sich über etwa ein Drittel der Entfernung zwischen unserer Sonne und dem nächsten Stern erstrecken würde. Die Blase wird durch die kombinierte Energie zahlreicher Supernova-Explosionen und starker Sternwinde massereicher junger Sterne aufgeblasen, die sich in der nuklearen Starburst-Region der Galaxie konzentrieren. Während sich dieses heiße Gas ausdehnt und die galaktische Scheibe durchbricht, transportiert es schwere Elemente, die im Innern der Sterne synthetisiert wurden, in das intergalaktische Medium und bereichert so den Raum zwischen Galaxien mit den Bausteinen zukünftiger Planeten und des Lebens.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 3079 ist eines der dramatischsten nahen Beispiele eines galaktischen Windes – ein Ausströmen heißen Gases, das durch die Freisetzung konzentrierter Energie im Kern einer Galaxie angetrieben wird. Das Verständnis galaktischer Winde ist von entscheidender Bedeutung, da sie die Galaxienentwicklung regulieren, indem sie Gas ausstoßen, das sonst neue Sterne bilden würde, und gleichzeitig das intergalaktische Medium mit schweren Elementen anreichern. Die Superblase in NGC 3079 wird sowohl von einem zentralen Starburst – einer Ansammlung massereicher Sterne und ihrer Supernova-Explosionen – als auch von einem aktiven galaktischen Kern angetrieben, der vom zentralen supermassereichen Schwarzen Loch gespeist wird. Die relativen Beiträge der Sternentstehung und der Aktivität Schwarzer Löcher zu galaktischen Ausflüssen zu entschlüsseln, ist eine große Herausforderung in der extragalaktischen Astrophysik. Die seitliche Ausrichtung von NGC 3079 macht die vertikale Ausdehnung der Superblase deutlich sichtbar und ermöglicht die direkte Messung von Ausflussgeschwindigkeiten und Massenverlustraten. Diese Beobachtungen zeigen, dass Galaxien erhebliche Teile ihres Gasinhalts in den intergalaktischen Raum ausstoßen können, was ihre weitere Entwicklung grundlegend beeinflusst.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete NGC 3079 mit der Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2) mit Filtern, die ionisierten Wasserstoff und andere Emissionslinien des heißen Gases hervorhoben. Die Schmalband-Bildgebung enthüllte die detaillierte Struktur der Superblase, einschließlich Filamenten und Schalen, die die Expansionsfront nachbilden. Ergänzende Röntgenbeobachtungen vom Chandra-Teleskop kartierten das heißeste Gas innerhalb der Blase, während Radiobeobachtungen die Synchrotronemission relativistischer Teilchen verfolgten, die im Ausfluss beschleunigt wurden. Das Multiwellenlängenbild zeigt eine komplexe Ausflussstruktur mit mehreren Temperatur- und Geschwindigkeitskomponenten.

Ort im Universum

Konstellation

Ursa Major

Entfernung von der Erde

50 Millionen Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Die Superblase in NGC 3079 ist mit Gas gefüllt, das auf Temperaturen von mehreren Millionen Grad erhitzt ist und so heiß ist, dass es Röntgenstrahlen aussendet, die von Weltraumteleskopen nachweisbar sind.

  • 2

    NGC 3079 beherbergt in seinem Zentrum außerdem ein supermassereiches Schwarzes Loch, das aktiv Material ansammelt und so noch mehr Energie hinzufügt, um den Ausfluss voranzutreiben.

  • 3

    Ähnliche, aber viel kleinere Superblasen gibt es in unserer eigenen Milchstraßengalaxie, allerdings erreicht keines das enorme Ausmaß des zentralen Ausbruchs von NGC 3079.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop