
Über dieses Bild
Der rote Hyperriese VY Canis Majoris ist von einem komplexen, turbulenten Nebel aus Gas und Staub umgeben, den der Stern im Laufe der Jahrtausende durch eine Reihe massiver Ausbrüche heftig ausgestoßen hat. VY Canis Majoris liegt etwa 3.900 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Canis Major und ist einer der größten bekannten Sterne im Universum mit einem geschätzten Radius von etwa dem 1.400-fachen des Radius unserer Sonne. Wenn es im Zentrum unseres Sonnensystems platziert würde, würde seine Oberfläche über die Umlaufbahn des Jupiter hinausragen. Das in diesem Bild sichtbare ausgestoßene Material bildet ein kompliziertes Muster aus Schleifen, Bögen, Filamenten und dichten Knoten, die sich jeweils mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und in verschiedene Richtungen bewegen und die episodische Massenverlustgeschichte des Sterns nachzeichnen. Diese dramatischen Eruptionen befreien den Stern von seinen äußeren Schichten, während er sich dem Endstadium seines Lebens nähert, das in einer spektakulären Supernova-Explosion enden wird.
Wissenschaftliche Bedeutung
VY Canis Majoris bietet Astronomen eine seltene und unschätzbar wertvolle Gelegenheit, die extremen Massenverlustprozesse zu untersuchen, die die letzten Entwicklungsstadien der massereichsten Sterne im Universum bestimmen. Als Roter Hyperriese, der sich dem Ende seines Lebens nähert, wirft der Stern seine äußere Hülle durch noch wenig verstandene Mechanismen ab – sein Massenverlust kann nicht allein durch Modelle stetiger Sternwinde erklärt werden, sondern erfordert episodische, konvektionsgetriebene Eruptionen enormer Energie. Der komplexe zirkumstellare Nebel, der um den Stern herum konserviert ist, zeichnet in seinen zahlreichen Bögen, Knoten und Filamenten, die jeweils einem bestimmten Ausbruchsereignis entsprechen, Tausende von Jahren der Massenverlustgeschichte auf. Durch die Analyse der chemischen Zusammensetzung, Geschwindigkeiten und räumlichen Verteilung dieses ausgestoßenen Materials können Forscher die Eruptionsgeschichte des Sterns rekonstruieren und theoretische Modelle der massiven Sternentwicklung einschränken. Es wird erwartet, dass VY Canis Majoris sein Leben als Kernkollaps-Supernova beendet, und das Verständnis seines Massenverlusts vor der Supernova ist für die Vorhersage der Eigenschaften solcher Explosionen und der kompakten Überreste, die sie hinterlassen, von entscheidender Bedeutung.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit Hubbles Advanced Camera for Surveys (ACS) im sichtbaren Licht aufgenommen und löste die komplexe Struktur des zirkumstellaren Nebels um VY Canis Majoris mit außergewöhnlicher Detailgenauigkeit auf. Bei den Beobachtungen wurde polarimetrische Bildgebung eingesetzt, um das von Staubkörnern gestreute Licht vom direkten Sternenlicht zu unterscheiden und es den Astronomen zu ermöglichen, die dreidimensionale Geometrie des ausgestoßenen Materials abzubilden. Mehrere Epochen der Hubble-Beobachtung haben es Forschern ermöglicht, die Eigenbewegungen einzelner Knoten und Bögen innerhalb des Nebels zu messen, ihre Expansionsgeschwindigkeiten direkt zu verfolgen und sie mit bestimmten Massenverlustereignissen in der jüngeren Geschichte des Sterns zu verknüpfen.
Ort im Universum
Konstellation
Canis Major
Entfernung von der Erde
3.900 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
VY Canis Majoris ist so riesig, dass das Licht selbst über acht Stunden braucht, um seinen Umfang zu umrunden – im Vergleich: Licht umkreist unsere Sonne in nur 14,5 Sekunden.
- 2
Durch seine starken Sternwinde und episodischen Eruptionen verliert der Stern jedes Jahr mit einer phänomenalen Geschwindigkeit von etwa dem Hundertfachen der Masse der Erde an Masse und wirft dabei nach und nach seine äußeren Schichten in den Weltraum ab.
- 3
Obwohl VY Canis Majoris einer der leuchtendsten Sterne in der Milchstraße ist – er leuchtet etwa 300.000-mal stärker als die Sonne –, ist er für das bloße Auge unsichtbar, da ein Großteil seines Lichts vom umgebenden Staub im Infrarotwellenlängenbereich absorbiert und wieder abgestrahlt wird.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



