Sternhaufen Omega Centauri (Kugelsternhaufen), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Juni 11
Juni 11KugelsternhaufenSternhaufen

Sternhaufen Omega Centauri

Beobachtet im Jahr 1997

Über dieses Bild

Diese atemberaubende Ansicht zeigt etwa 50.000 Sterne im Herzen von Omega Centauri, dem größten und leuchtendsten Kugelsternhaufen der Milchstraße. Omega Centauri liegt etwa 15.800 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Centaurus und hat einen Durchmesser von etwa 150 Lichtjahren. Er beherbergt schätzungsweise 10 Millionen Sterne, die durch die gegenseitige Schwerkraft miteinander verbunden sind. Im Gegensatz zu den meisten Kugelsternhaufen, die Sterne gleichen Alters und gleicher chemischer Zusammensetzung enthalten, weist Omega Centauri mehrere Sternpopulationen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Metallizität auf. Diese ungewöhnliche Vielfalt hat viele Astronomen zu der Annahme veranlasst, dass es sich überhaupt nicht um einen echten Kugelsternhaufen handelt, sondern um den abgetrennten Kern einer Zwerggalaxie, der vor Milliarden von Jahren gravitativ von der Milchstraße erfasst und absorbiert wurde. Es handelt sich um einen der wenigen Kugelsternhaufen, die von der Südhalbkugel der Erde aus mit bloßem Auge sichtbar sind.

Wissenschaftliche Bedeutung

Omega Centauri ist der massereichste Kugelsternhaufen in der Milchstraße mit einer geschätzten Gesamtmasse von rund 4 Millionen Sonnenmassen, was ihn zu einem einzigartig wichtigen Labor für Sterndynamik und galaktische Archäologie macht. Seine vielfältigen Sternpopulationen, die sich über eine Reihe von Metallizitäten und Altersstufen erstrecken, unterscheiden ihn von allen anderen Kugelsternhaufen der Milchstraße und liefern den überzeugenden Beweis dafür, dass es sich um den entblößten Kern einer alten Zwerggalaxie handelt, die von unserer Galaxie gebildet wurde. Diese Interpretation wird durch die Entdeckung eines möglichen Schwarzen Lochs mittlerer Masse in seinem Zentrum mit einer geschätzten Masse von etwa 40.000 Sonnenmassen gestützt. Ein solches Objekt würde die Lücke zwischen Schwarzen Löchern mit Sternmasse und supermassiven Schwarzen Löchern schließen, eine Population, die noch weitgehend theoretisch ist. Untersuchungen der Sterndynamik, der chemischen Häufigkeit und der Sternpopulationen von Omega Centauri liefern direkte Einschränkungen für die hierarchische Aufbaugeschichte der Milchstraße und die Prozesse, durch die große Galaxien durch die Akkretion und Zerstörung kleinerer Satellitensysteme im Laufe der kosmischen Zeit wachsen.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Advanced Camera for Surveys (ACS) im sichtbaren Lichtwellenlängenbereich aufgenommen und löste den dichten Sternkern von Omega Centauri mit außergewöhnlicher Klarheit in einzelne Sterne auf. Das Sichtfeld umfasst den innersten Bereich des Sternhaufens, wo die Sterndichten am höchsten sind und bodengestützte Teleskope aufgrund der atmosphärischen Unschärfe Schwierigkeiten haben, einzelne Sterne zu trennen. Hubbles scharfe Winkelauflösung war entscheidend für die Erstellung genauer Farb-Helligkeits-Diagramme des Kerns des Sternhaufens und ermöglichte es den Astronomen, die zahlreichen Sternpopulationen zu unterscheiden, die seine komplexe Entstehungsgeschichte offenbaren. Mehrfachbelichtungen durch verschiedene Filter wurden kombiniert, um ein zusammengesetztes Bild mit natürlichen Farben zu erstellen.

Ort im Universum

Konstellation

Zentaur

Entfernung von der Erde

15.800 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Omega Centauri enthält etwa 10 Millionen Sterne, die in einer Kugel von nur etwa 150 Lichtjahren Durchmesser zusammengepfercht sind, was ihn so leuchtend macht, dass antike Astronomen ihn als Stern katalogisierten, bevor Teleskope seine wahre Natur enthüllten.

  • 2

    Im Gegensatz zu fast allen anderen Kugelsternhaufen enthält Omega Centauri mehrere Generationen von Sternen mit unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung, was stark darauf hindeutet, dass es sich um den Restkern einer Zwerggalaxie handelt, die vor Milliarden von Jahren von der Milchstraße verschlungen wurde.

  • 3

    Im Zentrum von Omega Centauri beträgt der durchschnittliche Abstand zwischen den Sternen nur etwa 0,1 Lichtjahre – etwa 100-mal näher beieinander als Sterne in unserer Sonnenumgebung – wodurch eine unglaublich dichte Sternumgebung entsteht.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop