Neptun (Planet), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den August 19
August 19PlanetPlaneten

Neptun

Beobachtet im Jahr 2009

Über dieses Bild

Neptun, der am weitesten entfernte große Planet unseres Sonnensystems, zeigt in diesem Hubble-Porträt seine charakteristische blaue Färbung. Die hellen Flecken auf dem Planeten sind hochgelegene Wolken, die aus Methan-Eiskristallen bestehen, die über der Hauptwolkendecke aufragen, Sonnenlicht einfangen und sich vom dunkelblauen Hintergrund abheben. Neptuns Atmosphäre wird von Wasserstoff und Helium dominiert, mit Spuren von Methan, die dem Planeten durch die Absorption von rotem Licht seinen charakteristischen azurblauen Farbton verleihen. Obwohl Neptun nur 1/900 der Sonnenenergie empfängt wie die Erde, behält er eine dynamische Atmosphäre mit den schnellsten Dauerwinden im Sonnensystem bei, die Geschwindigkeiten von 1.900 Meilen pro Stunde erreichen. Diese extremen Wettermuster deuten darauf hin, dass starke interne Wärmequellen die atmosphärische Zirkulation antreiben.

Wissenschaftliche Bedeutung

Die Langzeitüberwachung von Neptun durch Hubble hat ergeben, dass die Atmosphäre des Planeten dramatische Veränderungen erfährt, die kein einziger Vorbeiflug einer Raumsonde erfassen könnte. Die von Voyager 2 im Jahr 1989 beobachteten Stürme waren verschwunden, als Hubble in den 1990er Jahren mit systematischen Beobachtungen begann, und wurden durch völlig neue Wolkenmerkmale ersetzt. Jüngste Hubble-Beobachtungen haben die Entwicklung neuer dunkler Flecken verfolgt – riesige antizyklonale Stürme ähnlich dem Großen Roten Fleck auf Jupiter – die auftauchen, jahrelang bestehen bleiben und sich dann auflösen. Diese Beobachtungen schränken Modelle darüber ein, wie Energie durch die Atmosphäre von Eisriesen fließt und Wettermuster beeinflusst. Das Verständnis der atmosphärischen Dynamik von Neptun wird immer wichtiger, da Untersuchungen von Exoplaneten zeigen, dass Welten in Neptungröße zu den häufigsten Planetentypen in der Galaxie gehören.

Beobachtungsdetails

Hubble hat dieses Bild mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) in mehreren Filtern aufgenommen, die sich über sichtbare und nahinfrarote Wellenlängen erstrecken. Die blaue Färbung wird durch Methanabsorptionsmerkmale im roten und nahen Infrarotbereich verstärkt, wo die Atmosphäre undurchsichtiger ist. Helle Strukturen bestehen aus Methan-Eiskristallen in Höhen von 30 bis 50 Kilometern über der Hauptwolkendecke, wo sie direktes Sonnenlicht einfangen. Zeitreihenbeobachtungen über die 16-stündige Rotationsperiode von Neptun ermöglichen die Erstellung globaler Karten, die Wolkenmuster auf dem gesamten Planeten zeigen. Spektroskopische Beobachtungen messen die chemische Zusammensetzung und die vertikale Struktur der Atmosphäre und liefern den Kontext für die Bilddaten.

Ort im Universum

Konstellation

N/A (Sonnensystem)

Entfernung von der Erde

2,7 bis 2,9 Milliarden Meilen (variiert)

Lustige Fakten

  • 1

    Neptun vollendet alle 165 Erdenjahre eine Umlaufbahn um die Sonne – seit seiner Entdeckung im Jahr 1846 hat er noch keine einzige Umlaufbahn vollendet.

  • 2

    Auf dem Neptunmond Triton gibt es Geysire aus Stickstoffgas, die trotz Oberflächentemperaturen von -391 °F (-235 °C) bis zu 5 Meilen hoch ausbrechen.

  • 3

    Neptun ist etwa 17-mal massereicher als die Erde, aufgrund der geringen Dichte des Planeten ist die Schwerkraft an der Oberfläche jedoch nur geringfügig höher.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop